DFB-Pokal-Finale 2001


Es war ein schwül-heißer Tag im Mai. Eine Woche nach der "Meisterschaft der Herzen", dem Drama des letzten Bundesliga-Spiels im Parkstadion Gelsenkirchen gegen die Spvgg Unterhaching, stand für die Fans des S04 noch ein weiteres Highlight auf dem Programm: Das DFB-Pokalfinale im Berliner Olympiastadion gegen den 1. FC Union Berlin.

Treffpunkt für unsere Reise in die Hauptstadt war der Bahnsteig des Hauptbahnhofes in Essen. Wir reisten per Zug nach Berlin. Die Stimmung war ausgelassen, und sobald wir unsere Plätze im Zug eingenommen hatten, knallten auch schon die ersten Sektkorken und Bierflaschen wurden geöffnet und geleert.

Die Fahrt verlief recht fröhlich und gegen Mittag erreichte unsere Truppe das Ziel der Reise:

B E R L I N

Zum ersten Mal seit dem Pokalsieg von 1972 standen unsere Knappen wieder im Finale. Und wir wollten nur eins: Den Pott, den Sieg!

Wir nutzten das schöne Wetter und liefen vom Bahnhof Zoologischer Garten (damals noch Berliner Hauptbahnhof) Richtung Tiergarten. Den "durchwanderten" wir und waren bald an den bekannten Sehenswürdigkeiten Berlins: dem Reichstagsgebäude, dem Brandenburger Tor, dem Prachtboulevard "Unter den Linden". Dort stiegen wir dann in einen der zahlreichen Sightseeing-Busse und entspannten uns wieder bei leckerem Berliner Bier.

"Endstation" war der Platz an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, im Schalke-Jargon auch "Kaputte Kirche" oder "KapuKi" genannt. Dort versammelten sich alle Schalker und feierten ausgelassen. Und wir mittendrin! Gegen Spätnachmittag machten wir uns per U-Bahn auf Richtung Olympiastadion.

Dort angekommen, schauten wir uns erstmal alles in Ruhe an und begaben uns dann in unseren Block zu unseren Plätzen, fieberten dem Anstoss entgegen. Um 20 Uhr war es endlich soweit: Die Mannschaften betraten des Spielfeld, unsere Nationalhymne erklang. Ich habe heute noch Gänsehaut. Dann der Anpfiff: Von Anfang an zeigte das Team von Union Berlin, das sie auch den Pokal gewinnen wollten. 2 Schüsse an den Pfosten unseres Toren, unser Atem stockte. Die erste Halbzeit endete 0:0.

Doch zu Beginn der 2. Halbzeit zeigte unser S04 eine couragierte Leistung. Dann gab es für uns einen Freistoss. Kein geringerer als Jörg Böhme zwirbelte das runde Leder aus 25 Metern ins rechte Eck - 1:0 für uns.
Wenig später gab es einen Foulelfmeter für uns. Emile Mpenza wurde im Strafraum regelwidrig von den Beinen geholt. Den fälligen Elfer hämmerte wiederrum Jörg Böhme ins Berliner Tor - 2:0.
Dabei blieb es.

DER POTT WAR IM POTT.

Der verdiente Sieg wurde noch 2 Stunden nach Spielende ausgiebig von uns allen gefeiert. Da unser Zug zurück nach GE um 3.00 Uhr nachts ging, "mußten" wir leider das Olympiastadion verlassen. Nach einem kurzen Stopp auf dem Kudamm, wo wir amerikanisch essen gingen (Restaurant zum goldenen Doppelbogen), traten wir unsere Heimreise an.

In den frühen Morgenstunden kamen wir geschafft, aber glücklich in GE an. Wir erwarteten nun die Mannschaft zum Autocorso durch die Stadt bis zum Parkstadion.

Jörg