DFB-Pokalfinale 2005

Am frühen Samstagmorgen, 5.30 Uhr, trafen sich die folgenden blau-weißen Schlümpfe aus unserem Fanclub, um ihre lange Reise nach Berlin anzutreten: Rainer, Marcus, Jeannine, Christian, Gabi, Jörg und Arndt. Schon um diese Uhrzeit war uns klar, dass das heißeste Wochenende des Jahres auf uns wartete (im wahrsten Sinne des Wortes!) Gegen 5.50 Uhr fuhren wir mit zwei Autos los Richtung Hauptstadt! Weil das Halbfinale erst so spät war, gab es keine gescheiten (gleich billigen) Bahnfahrkarten mehr.

Nach ca. 3 Stunden Fahrt erreichten wir auf der A2 den Rasthof Marienborn (ehemalige Grenzübergangsstelle der innerdeutschen Grenze). Nach einem ausgiebigen Frühstück (diesen Rasthof kann man wirklich empfehlen, alles sauber und sehr lecker) bestaunten wir noch die alte Grenzstation, die sich dort befindet. Für jemanden, der damals nie in der DDR war, fällt es sehr schwer, sich vorzustellen, mit welcher unerbittlichen Härte die Grenzgänger drüben kontrolliert und gefilzt wurden, wenn man auf dem Transit von/nach West-Berlin war. Gegen Mittag erreichten wir endlich unser Ziel:

 

B E R L I N

 

Wir hatten wieder mal Gelegenheit, uns in der Wohnung von Rainers Bruder breit zu machen und dort alle zu übernachten. Wir kamen bepackt mit Gästeliegen, Bettzeug und Matratzen an. An dieser Stelle sagen wir ein herzliches Dankeschön an Rainers Bruder! Es war sehr lieb von dir, uns deine Wohnung für eine Nacht anzuvertrauen und dich selbst bei Bekannten einzuquartieren!

Ungeduldig ging jetzt unsere Entdeckungstour durch Berlin los. Mit der S-Bahn fuhren wir Richtung Innenstadt. Unsere erste Station war das Chrysler-Gebäude am Potsdamer Platz. Dort gibt es den schnellsten Aufzug Europas, der einen hinauf ins 24. Stockwerk fährt. Als man uns dort in der Warteschlange sah, wollte man uns leider nur im Lastenaufzug da hoch fahren. Seltsamerweise wollte auch kein Fremder zusammen mit uns in dem Aufzug fahren. Kann ich gar nicht verstehen! Dabei sind wir immer ganz lieb... höhöhö!

Von oben bestaunten wir die vielen schönen Gebäude und Bauten, die Berlin bietet. Weiter ging es Richtung Brandenburger Tor, vorbei am Holocaust-Denkmal. Weiter ging es am Brandenburger Tor vorbei zum Reichstag. Rein wollten wir nicht, die Schlange war viel zu lang.

Dem Verdursten nahe, erreichten wir bei ca. 45 Grad in der Sonne und 36 Grad im Schatten das Brandenburger Tor, das wir alle bestaunten.

Da einige von uns Berlin schon kannten und einige nicht, trennten sich unsere Wege für 3 Stunden. Jörg zeigte Christian und Marcus weitere sehenswerte Ecken Berlins, während Jeannine, Rainer, Arndt und ich uns auf den Weg zur Gedächtniskirche machten, wo sich tausende königsblauer Fans versammelten und feierten, und bei einem netten italienischen Ristorante draußen im Schatten niederließen, um für das Endspiel wieder Kräfte zu sammeln, die langsam wegen der großen Hitze schwanden.

Es war sehr interessant dort, wir saßen sogar mit Bauern zusammen, die sprechen konnten und sogar ganz nett waren (auch wenn uns das niemand glaubt!) Gegen 18.00 Uhr kamen Jörg, Marcus und Christian von ihrem Extrem-Sightseeing zu uns, und es konnte losgehen zum Stadion! Weniger schön war die Fahrt in der überfüllten S-Bahn... man weichte praktisch auf, so heiß war es. Sauna war nichts dagegen! Trotzdem sehr lustig, als alle beim traditionellen Song „Wer nicht hüpft, der ist Borusse“ mithüpften.

Völlig k.o. kamen wir auf unseren Plätzen im Stadion an. Dort war es schwieriger, etwas Trinkbares zu bekommen, als ein Schalke-Fähnchen zu ergattern! A propos Schalke-Fähnchen: Die ARD spendete jedem Schalke-Fan ein kleines Schalke-Fähnchen, das am Sitzplatz stand. Das Spektakel konnte beginnen!

Vom Spiel möchte ich nichts erzählen. Jeder weiß, wie es endete, und dass es grausig war, anzuschauen. Nach dem Spiel sind wir wieder in die Innenstadt gefahren und sind in einer lustigen Karaoke-Bar gelandet. Die Stimmung war zuerst auf dem Nullpunkt, und als wir auf Anweisung des DJ´s auch noch mit den Bayern-Fans, die sich übrigens nicht sehr freuten, den Pott gewonnen zu haben, gemeinsam feiern und schunkeln sollten, war das nicht gerade der Hit für uns.

Die Nacht endete um ca. 2.30 Uhr in unseren gemütlichen selbstgebauten Betten. Am nächsten Morgen ging es um 10.00 Uhr wieder Richtung Pott. Dort hin, wo wir uns am wohlsten fühlen. Und als wir unsere schöne Arena passierten, hob sich die Stimmung wieder.

Gabi