Manchester 16.03.-18.03.2012

Da unser Fanclub in diesem Jahr 15 Jahre alt wird, hatten wir uns entschlossen, in dieser Saison keine Auswärtsfahrt in der Bundesliga zu machen, sondern etwas ganz Besonderes:

Ein Wochenende in Manchester!

Am Freitag, 16.03.2012, war es soweit: Um 18 Uhr trafen sich 13 unserer Mitglieder am Flughafen Köln/Bonn und starteten um 19.30 Uhr bei wolkenlosem Himmel mit Germanwings nach Manchester. Der Flug verlief sehr ruhig, selbst bei der Landung gab es keine einzige Wolke, und der Flieger setzte butterweich nach 1 Std. 15 Min. auf englischem Boden auf.

In Manchester angekommen, ging es mit dem kleinen Expresszug nach Manchester-Innenstadt, wo wir das Hotel „Britannia Manchester City Centre“ gebucht hatten. Beim Anblick des ganz im viktorianischen Stil gebauten Hotels ging uns das Herz auf. Die Hotelhalle besaß Titanic-Flair (große Leuchter hingen von der Decke herunter, überall Teppiche und wuchtige Polstermöbel). Die Begeisterung verflog schnell, denn man hatte unsere Buchung nicht vorliegen! Nach langem Verhandeln (2 Std.), sogar mit dem Hotelmanager, sank die Stimmung, denn es war angeblich nur noch ein Doppelzimmer frei (ein wenig zu wenig für uns alle!).

Zum Glück war im gegenüber liegenden, modernen Manchester-Mercure-Piccadilly-Hotel genug Platz für alle, und wir bezogen gegen 23.00 Uhr müde die netten Hotelzimmer. Die meisten hatten einen schönen Ausblick auf die Stadt. Da sich bei dem ein oder anderen noch der Hunger breit machte, zogen wir noch alle los. Zu essen fanden wir um diese Uhrzeit allerdings nur noch beim Burger King bzw. einer Döner-Bude. Danach ging es noch auf ein, zwei, drei Getränke zum „The Piccadilly“ unweit des Hotels. Später fielen wir dann müde in unsere Betten, die wie Wasserbetten wirkten, aber keine waren. Es schaukelte auf jeden Fall.

Nach einem typisch englischen Frühstück im Hotel bummelten wir am Samstag, 17.03.2012, durch die Stadt, um die Sehenswürdigkeiten wie das alte historische Rathaus, die Kathedrale, und das Riesenrad (sah so ähnlich aus wie das „Golden-Eye“ von London) anzusehen. Einen Bierstop legten wir im Pub "Mr.Thomas" ein. Wir ließen uns also vom munteren Treiben in der Stadt anstecken. Nach einem weiteren kleinen Bummel landeten schließlich in einem Irish Pub in der Nähe vom Hard Rock Cafe. Da in der Stadt vieles in grün geschmückt war, kamen wir allmählich dahinter, dass an genau diesem Samstag der „St. Patrick´s Day“ war. Dies ist ein irischer Feiertag zu Ehren des heiligen Sankt Patrick. Dieser gilt als erster christlicher Missionar in Irland.

Jeder mit einem riesigen Guiness-St.-Patrick´s-Day-Hut in grün-weiß-schwarz ausgestattet, verließen wir den Pub nach einiger Zeit wieder, um uns auf den Weg nach Rochdale ins Stadion zu machen, wo uns unser Ehrenmitglied Ian, der in der Nähe wohnt, für uns Karten besorgt hatte. Die Hüte hielten übrigens prima den Nieselregen ab, der eingesetzt hatte. Alle Mann (und Frauen) also mit dem Zug nach Rochdale, einem Vorort von Manchester.

Nach einem unendlich langen Fußmarsch (wer hat eigentlich behauptet, es sei nur 1 km bis zum Stadion???) kamen wir irgendwann im Stadion von Rochdale an. Bis dahin waren wir wohl schon die Attraktion in diesem Örtchen (13 Leute in Schalke-Kluft in blau-weiß mit Guiness-Hut auf dem Kopf werden wohl überall ungläubig angestarrt).

Wir hatten schöne Plätze auf der Haupttribüne und wurden auch dort sofort von den Einheimischen bestaunt und in Gespräche verwickelt (Wer seid Ihr überhaupt? Für wen seid Ihr? Warum schaut Ihr Euch ein englisches Drittligaspiel an?). Als dann die Antwort kam: Wir sind Schalker und halten zu Blau-weiß, wollten eigentlich Manchester-City gegen Chelsea gucken, was aber nicht ging, da das Spiel auf den kommenden Mittwoch verlegt wurde, hatten die Leute ihren Spaß. Wir bekamen sogar eine längere Durchsage des Stadionsprechers, der uns mit viel Tamtam begrüßte und allen im Stadion erzählte, wer wir seien und dass wir eine Jubiläumsreise machen. Also sorgten wir für allgemeine Heiterkeit bei den Engländern.

Da mein englischer Sitznachbar (blau-weißer Schal) mir zeigte, dass sein Verein Rochdale Letzter der Tabelle war und unbedingt drei Punkte brauchte, um den Anschluss nicht zu verlieren, entschied ich mich sofort, zu Rochdale zu halten. Die Mannschaft lief dann sogar in blau-weißer Kluft auf. Der Gegner aus Oldham (dies war ein Lokalderby) kam in weiß-blau auf den Platz. Es war ein sehr spannendes Spiel, alle waren lauffreudig, es wurde kaum etwas abgepfiffen, und nach zwei verschossenen Elfmetern stand es am Ende 3:2 für Rochdale. Wir blieben für ein Foto noch ein wenig länger auf unseren Plätzen, und fast alle der Fans klatschten Beifall, als sie an uns vorüber kamen, und lachten und hatten Spaß. Bevor die Taxen uns zurück zum Bahnhof brachten, kauften wir noch den halben Fanshop von Rochdale leer. Die können wohl jetzt ihren Laden einen Monat schließen und in Urlaub fahren.

Zurück in Manchester, machten wir uns fürs Abendessen chic und fuhren wieder mit diesen niedlichen Taxen zu einem australischen Restaurant, wo wir einen großen Tisch reseviert hatten. Aber dank St. Patrick's Day gab es dort an diesem Tag nichts zu essen, es herrschte Party pur, und unsere Reservierung konnten wir auch vergessen. Erstmal herrschte große Ratlosigkeit, aber dann siegte der Jagdinstinkt nach Essen, und wir zogen los, um ein Restaurant zu finden, das uns Asyl gab.

Irgendwann landeten wir bei einem netten italienischen Restaurant, Pizza Express (KEIN Imbiss). Dort bekamen wir einen schönen langen Tisch auf der Empore und ließen uns Pizza, Lasagne, Knobibrot, Bruscietta und Konsorten schmecken. Linda und ich probierten eine 500-Kalorien-Pizza incl. Loch in der Mitte für den Salat. Wie befürchtet, war das Loch in der Mitte ziemlich groß, und der Pizzateig war nur hauchdünn. Also etwas für den hohlen Zahn. Ian kam auch zum Essen und somit konnte man seine Englischkenntnisse weiter ausprobieren. Nach diesem gemütlichen Beisammensein sind wir fast alle müde ins Bett gefallen, nur ein paar haben sich noch in einem der Doppelzimmer zusammengerottet und noch erzählt.

Am Sonntagmorgen, 18.03.2012, hieß es Taschen packen und Zimmer räumen. Die Taschen konnten wir im Gepäckaufbewahrungsraum des Hotels lassen. Bereits um 10 Uhr begann die Stadiontour durchs Old Trafford Stadium (der Heimat von Manchester United). Die Tour war sehr interessant. Wir sahen das Stadion, die Umkleidekabinen, liefen durch den Munich-Tunnel (in Gedenken an das Flugzeugunglück von 1958, bei dem 7 Spieler von United ums Leben kamen), liefen wie die Spieler bis fast aufs Feld (aber nur fast, denn Rasen betreten oder nur berühren ist strengstens verboten; Rasen=Heiligtum!). Am Ende der Tour konnte sich jeder eine Urkunde mit seinem Namen versehen ausdrucken lassen, dass er an der Stadiontour teilgenommen hat.

Die Tour wurde teilweise durch Katzengejammer gestört, welches sich aber nicht als verendende Katze herausstellte, sondern als Bewerbungsgesänge von X-Factor (englische Version natürlich). Einige von uns versuchten nach der Tour natürlich auch unser Glück und schmetterten in Nähe der Bewerber-Schlange „Mythos vom Schalker Markt“. Der Aufpasser wollte uns aber nicht in den Recall lassen. Also keine Gesangskarriere in England. Schade!

Weiter ging es zum Etihad-Stadium, der Heimat von Manchester City. Es hieß bis vor Kurzem City of Manchester Stadium. Ein wunderschönes Stadion in hellblau! Auch hier gab es eine nette Tour durchs Stadion. Im Fanshop fanden einige von uns hinterher ein paar schöne Souvenirs (Shirts, Jacken usw.).
Zurück im Hotel, holten wir unsere Taschen und gingen noch etwas essen. Die einen im Dönerladen, die anderen im Restaurant „Wetherspoon“, einem Restaurant in der Nähe des Hotels. Hier gab es riesige Portionen gutes Essen für den kleinen Geldbeutel. Es dauerte allerdings, bis wir bemerkten, dass man Speisen und Getränke am Tresen bestellen und bezahlen musste.

Gut gesättigt traten wir die Fahrt zum Flughafen Manchester an. Um 20.10 Uhr englischer Zeit erhob sich unser Germanwings-Flieger in den abermals wolkenlosen Himmel und setze um 22.20 Uhr deutscher Zeit im verregneten Köln wieder auf. Es war in meinen Augen die schönste Reise, die wir bisher mit unserem Fanclub unternommen haben. Spaß hatten wir fast die ganze Zeit, die Stimmung untereinander war wirklich harmonisch und klasse. Freue mich schon auf die nächste Tour .

Ein großer Dank an:

- Jörg (Organisation der Reise)
- Bernie (dem lebenden Übersetzungsbuch)
- Gabi (Flugbuchungen)
- Chappi („Googeln“, als wir ein neues Hotel bzw. Restaurant brauchten)
- Ian (Besorgen der Tickets in Rochdale und Stadion-Tour Etihad Stadium)
- Linda und Gabi (Shopping-Hilfen)
- alle Anderen (für die gute Laune und lustigen Sprüche)

Gabi